WM Antalya: Nicolas Limbach ist Säbel-Weltmeister 2009

WM Antalya: Nicolas Limbach ist Säbel-Weltmeister 2009

15 Jahre hat es gedauert, bis ein deutscher Säbelfechter wieder Gold bei einer Weltmeisterschaft erkämpfte. Erster und bisher einziger Weltmeister war 1994 Felix Becker. Nicolas Limbach hat sich heute als zweiter Deutscher überhaupt in die Analen der deutschen Säbel-Titelträger eingetragen. "Ich bin überglücklich, das ich gewonnen habe" beschreibt Limbach seine Gefühlslage. "Im Augenblick habe ich erst realisiert, dass ich ein Turnier gewonnen habe. Das mit dem WM-Titel wird wohl noch einige Tage dauern", fügt er hinzu.

Für seinen Trainer Vilmos Szabo war der Erfolg kein Zufall. Limbach präsentierte sich von Beginn an souverän in Antalya, ließ keine Zweifel an seinen Siegambitionen aufkommen. "Schon vor Wochen haben wir uns auf diesen Tag vorbereitet", erläutert sein Trainer Vilmos Szabo. "Dazu gehörte, dass wir seine letzten Turniere akribisch ausgewertet, Video-Analyse betrieben haben. Nico war heute perfekt eingestellt und hat sich selbst belohnt", ergänzt er. Limbach eliminierte alles, was ihm heute gegenüber stand.

Am Anfang stand eine Zitterpartie gegen einen großen Außenseiter, den Briten Neil Hutchinson. Im Auftaktgefecht setzte sich der Dormagener nur knapp mit 15:13 durch. Ein Weckruf zur richtigen Zeit. Hin Chung Lam aus Hongkong ließ er dann schon mit 15:11 keine Chance mehr, ebenso wie dem Olympia-Vierten von Athen Dimitri Lapkes aus Weißrussland, den er mit dem gleichen Ergebnis von der Bahn fegte.

Oh Eun Seok aus Korea, Bronzemedaillengewinner der Weltmeisterschaften 2007 ließ Nicolas Limbach beim 15:10 im Viertelfinale ebenso keine Chance.

Im Halbfinale lauerte der italienische Altmeister Luigi Tarantino, der beim deutlichen 15:9 ebenso chancenlos war, wie im abschließenden Finale Rares Dumitrescu aus Rumänien, der nur bis zur Mitte des Gefechts mithalten konnte. Danach focht nur noch Limbach und sicherte sich mit einem fulminanten Endspurt den ersehnten Titel. "Ich war heute zu 100% auf Fechten eingestellt, habe alles andere ausgeblendet. Das war ein wesentlicher Grund für meinen Erfolg", erklärt Nicolas Limbach. Und er fügt hinzu: "Es ist aber nicht nur mein Erfolg, es ist der Erfolg meines Trainer-Teams, die einen ebenso großen Anteil hatten".

Der zweite Dormagener Starter Benedikt Beisheim musste sich schon im Durchgang der besten 32 Fechter aus dem Turnier verabschieden. Nach einem Auftaktsieg gegen den Japaner Koij Yamamoto schied er nach einem harten Kampf gegen den an Nummer zwei gesetzten Franzosen Nicolas Lopez mit 13:15 aus.

Die Platzierungen:
1. Nicolas Limbach (TSV Bayer Dormagen)
2. Rares Dumitrescu (ROM)
3. Tamas Decsi (HUN)
3. Luigi Tarantino (ITA)
5. Aldo Montano (ITA)
6. Gelu Florin Zalomir (ROM)
7. Oh Eun Seok (KOR)
8. Vladimir Lukashenko (UKR)
20. Björn Hübner (Tauberbischofsheim)
28. Benedikt Beisheim (TSV Bayer Dormagen)
31. Johannes Klebes (Tauberbischofsheim)