WM Antalya: Stefanie Kubissa und Anna Limbach erreichen das Achtelfinale

WM Antalya: Stefanie Kubissa und Anna Limbach erreichen das Achtelfinale

War der Einzug in das Achtelfinale der Fecht-Weltmeisterschaften nun ein gutes Ergebnis oder nicht? So ganz konnten die beiden Dormagenerinnen Stefanie Kubissa und Anna Limbach diese Frage nicht beantworten. "Ich habe ein lachendes und ein weinendes Auge," so Stefanie Kubissa.

Verständlich diese Aussage wäre am Ende doch noch mehr möglich gewesen. Ihr Auftaktgefecht um 9:15 Uhr Ortszeit im Expo-Sportgelände von Antalya startete sie dramatisch. Gegen die Sechste der Olympischen Spiele Yingying Bao aus China verschlief sie den Auftakt komplett. 2:7 lag sie schon hinten, dann schaffte sie es sich bis zur Pause auf 7:8 heranzukämpfen. "Normalerweise gewinnst du so einen Kampf auf diesem Niveau bei so einem Rückstand nicht mehr" , so der Dormagener Cheftrainer Olaf Kawald. Aber die Dormagenerin zeigte Nervenstärke und gewann den Kampf mit 15:14. Es folgte ein nie gefährdeter 15:12 Sieg gegen die Briten Joanna Hutchinson, Dann das Achtelfinale gegen die amtierende Vizeweltmeisterin Ekaterin Diatschenko aus Russland. In einem ausgeglichenen Gefecht schaffte Stefanie Kubissa kurz vor Ende eine 12:10 Führung, um dann ein wenig die Kontrolle über den Kampf zu verlieren, mit dem Endergebnis 13:15. "Da war mehr drin, aber in die Runde der besten 16 bei einer Weltmeisterschaft einzuziehen ist auch ein Erfolg", so die sympathische 24 Jahre alte Dormagenerin.

Das Fazit würde Anna Limbach auch unterstreichen. Die WM-Debütantin hinterließ einen starken Eindruck. Problemlos schaffte sie die erste Hürde im Durchgang der besten 64 Fechterinnen. Wai Sum AU YEUNG aus HongKong besiegte sie in einem dominanten Kampf mit 15:11. Und so schien es im nächsten Durchgang gegen die Kanadierin Olga Ovtchinnikova weiterzugehen. 8:3 zur Halbzeitpause und eine entspannte deutsche Equipe auf der Tribüne. Die kommt allerdings noch ein wenig ins schwitzen, holt die Kanadierin doch Punkt für Punkt auf ehe Anna Limbach das Gefecht mit 15:13 für sich entscheidet. Um den Sprung unter die besten acht Fechterinnen zu schaffen musste sie nun gegen die Ukrainerin Olena Khomorova ran. Und Anna Limbach startete zunächst sensationell. 7:3 ging sie gegen die Achte der Olympischen Spiele in Führung, die aber Kontern kann und bei 8:7 erstmals die Führung übernahm. Am Schluß hieß es 15:13 für die Ukrainerin und die erst 20 Jahre alte Dormagenerin war der Meinung, "dass da mehr drin war."
So auch der Dormagener Bundestrainer Eero Lehmann anschließend. "Schade, wir waren gleich zwei Mal an der Finalrunde dran. Wir haben aber gesehen, dass wir auch im Damensäbel mit den anderen, führenden Nationen auf Augenhöhe sind", ergänzt er und sieht eine starke positive Entwicklung im Damensäbel. "Wir haben in den letzten Monaten intensiv gearbeitet. Jetzt haben die Mädels gezeigt, dass sie bedeutend mehr drauf haben", freut sich Lehmann über das Abschneiden seines Teams. "Ich habe für die Mannschaft natürlich ein gutes Gefühl und denke, dass die vier auch da zulegen werden", blickt er abschließend auf den kommenden Mittwoch voraus. Fast erwartungsgemäß lautete das Finale von Antalya Weltranglisten-Erste gegen Zweite. Und wie erwartet setzte sich die Olympiasiegerin Mariel Zagunis (USA) gegen die Europameisterin Olga Kharlan (UKR) mit 15:6 durch.
Die Platzierungen: 1. Mariel Zagunis (USA), 2. Olga Kharlan (UKR), 3. Carole Vergne (FRA), 3. Orsolya Nagy (HUN), 5. Sophia Velikaia (RUS), 6. Ekaterina Diatchenko (RUS), 7. Olena Khomrova (UKR), 8. Bogna Jozwiak (POL), 11. Anna Limbach (TSV Bayer Dormagen), 13. Alexandra Bujdoso (Koblenz), 16. Stefanie Kubissa (TSV Bayer Dormagen), 37. Sibylle Klemm (Tauberbischofsheim)